Skip to main content

Full text of "Fett oder kohlenhydrate? Zur abwehr in der frage "Die fettleibigkeit und ihre behandlung" .."

See other formats


COLUMBIA  LIBRARIES  OFFSITE 

HEALTH  SCIENCES  STANDARD 


HX641 59450 
RC813.Eb73  Fe«  oder  kohlenhydr 


RECAP 


Fett  oder  Kohlenhydrate? 


Zur  Abwehr 


in  der  Frasre 


„Die  Fettleibigkeit  und  ihre  Behandlung'' 


Dr.  Wilhelm  Ebstein 


Professor  der  medizinischen  Klinik  in  Göttingen. 


COLUMBIA  UNIVFRSITY 

DEPARTMENT  OF  PHYSIOLOGY 

College  of  Physicians  and  Surgeons 

437  WEST  FIFTY  NINTH  8TNEET 
NEW  YORK 


Wiesbaden. 

Verlag   von   J.  F.  Bergmann. 
1885. 


Columbia  (Mnitiem'tp 

College  of  ^fjpöicianö  axiij  ^urgeonö 


Xibrarp 


Digitized  by  the  Internet  Archive 

in  2010  with  funding  from 

Open  Knowledge  Commons 


http://www.archive.org/details/fettoderkohlenhyOOebst 


Fett  oder  Kohlenhydrate? 


Zur  Abwehr 


iu  der  Frage 


„Die  Fettleibigkeit  und  ihre  Beliandliing" 


Dr.  Wilhelm  Ebstein, 

Professor   der  medizinischen  Klinik  in   Göttingen. 

€ 


Wiesbaden. 

Verlag    von    J.  F.  Bergmann. 
1885. 


0-73 


Da^  Recht  der  Uebersetzung  bleibt  vorbehalten. 


Mit  dem  Abschlüsse  einer  demnächst  erscheinenden  Arbeit 
über  das  Regimen  bei  der  Gicht  —  einer  Krankheit,  bei 
welcher  bekanntlich  vielfach  dieselben  Vorschriften  für  die  Er- 
nährung giltig  sind,  wie  bei  der  Fettleibigkeit  —  beschäftigt, 
trat  als  selbstverständlich  die  Aufgabe  an  mich  heran,  zu  den 
Einwürfen  Stellung  zu  nehmen,  welche  gegen  meine  Vorschläge 
zur  Bekämpfung  der  Fettleibigkeit  gemacht  worden  sind.  Diese 
Einwürfe  betreffen  insbesondere  auch  die  Frage,  ob  das  Fett 
nicht  eben  so  gut  oder  besser  durch  Kohlenhydrate  zu  substi- 
tuiren  sei.  Nachdem  ich  nun  ad  hoc  die  nachfolgenden  Blätter 
niedergeschrieben,  fand  ich,  dass  sie  in  den  Rahmen  eines  so 
knappen  Büchleins,  wie  das  Gicht -Regimen  es  werden  soll, 
nicht  passen.  Ich  habe  mich  daher  —  da  die  Angelegenheit 
sich  füglich  nicht  kürzer  erledigen  lässt  und  vor  dem  Erschei- 
nen des  Gicht-Regimens  aus  sachlichen  Gründen  geordnet  wer- 
den muss  —  zu  einer  separaten  Herausgabe  dieser  Replik 
entschlossen,  welche  zugleich  als  Nachtrag  zu  meiner  Arbeit 
über  die  Fettleibigkeit   und  ihre  Behandlung  gelten  kann.  — 

Ich  gehe  sofort  in  medias  res  und  gedenke  zunächst  der 
Arbeit  des  Professor  Carl  Voit  in  München  über  die 
Ursachen  der  Fettablagerung  im  Thierkörper. 
München  1883.  Das  ürtheil  Voit's  über  meine  Methode  ist 
in  folgenden  Sätzen  enthalten: 

1)  Richtig  angewendet,  sagt  Voit,  istdieBan- 
tingkur  nicht  eine  Entziehungskur,  welche 
zur  allgemeinen  Inanition  führt,  sondern 
eine  Kur,  bei  d  e  r  n  u  r  Fett  z  u  V  e  r  1  u  s  t  g  e  h  t , 
wie  bei  der  Methode  Eb stein' s. 


—      4     — 

Yoit  erkennt  also  an.  dass  bei  mein  er  Methode  nur 
Fett  in  Verlust  geht,  hält  aber  die  Ba  nting'sche  Me- 
thode, wofern  sie  richtig  angewendet  wird,  für  eben  so 
gut.  Die  richtig  angewendete,  d.  h.  in  Voit's  Sinne  modi- 
ficirte  Bantingkur  besteht  darin,  dass  man  später  (sc.  wenn 
der  Körper  arm  an  Fett  geworden  ist)  vorsichtig  sein 
und  mehr   stickstofffreie  Stoffe  zusetzen  muss. 

Das  ist  dann  aber  sicherlich  keine  Bantingkur  mehr. 
Yoit  würde  doch  wahrscheinlich  sich  nicht  mit  einem  Zusätze 
stickstofffreier  Stoffe  begnügen,  sondern  auch  eine  entsprechende 
Keduction  des  Eiweisses  verlangen,  welches  bei  der  Bantingkur 
das  für  den  mittleren  Arbeiter  von  Voit  geforderte  Eiweiss- 
quantum  um  54  grm  pro  Tag  übersteigt. 

Ich  kann  das  von  mir  über  die  Bantingkur  gefällte 
Urtheil  nicht  modificii-en,  dasselbe  basirt  übrigens  keineswegs 
allein  auf  theoretischen  Erwägungen,  wie  ich  auf  S.  24  meiner 
Schrift  über  die  Fettleibigkeit  und  ihre  Behandlung  (6.  Auf- 
lage.   Wiesbaden  1884)  auseinandergesetzt  habe. 

2)  Es  besteht  daher,  sagt  Voit  weiter,  im  P r i n c i p 
zwischen  beiden  Methoden  (Bantiug  und  Eb- 
stein) höchstens  die  Differenz,  dass  Ebstein 
durch  grössere  Annäherung  an  die  Grenze, 
wo  kein  Fett  mehr  abgegeben  wird,  den  täg- 
lichen Verlust  an  Fett  geringer  macht,  so 
dass  der  Erfolg  langsamer  eintritt,  was  viel- 
leicht nach  dem  früher  Gesagten  von  Be- 
deutung ist;  man  vermag  aber  auch  mit 
Kohlenhydraten  und  nach  Banting's  Ver- 
fahren das  Gleiche  zu  erreichen. 

Auf  das  langsame  Eintreten  des  Erfolges  —  welches  aueli 
durch  die  später  zu  erwähnenden  Mittheilungen  Vogel's  be- 
stätigt worden  ist  —  lege  ich  in  praktischer  Beziehung 
das  grösste   Gewicht  und  freue   mich,    dass   Voit   auch    die 


Möglichkeit,  dass  dies  von  Bedeutung  sein  könne,  zugiebt. 
Yoit  glaubt  dasselbe  auch  mit  Kohlenhydraten  und  nach 
Banting's  Verfahren  —  das  wäre  also  wohl  seine  richtig 
angewendete  Bantingkur  —  erreichen  zu  können.  In- 
dessen das  müsste  Voit  doch  erst  beweisen.  Die  Schwierig- 
keiten dürften  in  der  ärztlichen  Praxis  als  recht  grosse  sich 
ergeben.  Als  ich  noch  das  Fett  fürchtete  und  gern  mager 
werden  wollte,  habe  ich  diese  Methode,  wie  sich  Voit  die- 
selbe zu  denken  scheint,  an  meinem  eigenen  Körper  probirt. 
Die  Kohlenhydrate  machen  zu  leicht  Dyspepsien  und  sättigen 
überdies  nicht  in  der  Weise  wie  das  Fett,  wodurch  meine 
Methode  besonders  zu  einer  relativ  so  leicht  durchführbaren  wird. 

3)  Ich  bestreite  also,  sagt  Voit  ferner,  der  E b - 
steiu'schen  Diät  durchaus  nicht  den  Er- 
folg, Avohl  aber  scheint  mir  die  Erklärung, 
welche  ihr  Urheber  von  ihrer  Wirkung  gibt, 
nicht  richtig  zu  sein,  wenigstens  steht  sie 
nicht  in  ü e b e r e i n s t i m m u n g  mit  dem  von 
mir  in  dieser  Hinsicht  Gefundenen. 

Ich  freue  mich  des  in  den  vorstehenden  drei  Sätzen  ent- 
haltenen Urtheil  es,  und  zwar  deswegen,  weil  Voit  durch  das- 
selbe anerkennt: 

a)  dass  meine  Methode  Erfolg  hat  und'  insbesondere, 

b)  dass  sie  eine  rationelle  ist,  insofern  als  bei  ihr 
nur  Fett  zu  Verlust  kommt. 

Ob  und  in  wie  weit  eine  richtige  A  n  w  e  n  d  u  n  g  d.  h.  also 
eine  Reform  der  sogenannten  Bantingkur  im  Voit 'sehen 
Sinne  —  durch  Zusatz  von  mehr  Kohlenhydraten  —  sich 
praktischer  als  meine  Methode  erweisen  wird,  bleibt  abzuwar- 
ten. Nachdem  ich  eine  so  eingerichtete  Diät  an  mir  selber 
versucht,  habe  ich  nicht  gewagt,  dieselbe  anderen  Patienten 
vorzuschlagen.  Sofern  ich  zu  meinen  für  die  praktische  Medi- 
zin immerhin  nicht  unwichtigen  Ergebnissen  durch,   wie  Voit 


meint,  unrichtige  Voraussetzungen  gelangt  sein  sollte,  würde 
ich  das  aufrichtig  bedauern.  Aber  da  die  Akten  über  diese 
Fragen  noch  lange  nicht  geschlossen  sind,  will  ich  mich  in- 
zwischen damit  trösten,  dass  es  so  besser  ist,  als  wenn  ich  auf 
sogenannter  rationeller  Basis  etAvas  praktisch 
nicht  Brauchbares  geschaffen  hätte. 

Voit  hat  mir  nachher  einige  Vorwürfe  gemacht,  welche 
wohl  lediglich  darauf  beruhen,  dass  er  meine  Worte  nicht 
correct  wiedergegeben  hat,  wie  aus  folgender  Aufstellung 
sich  ergibt: 

Voit  referirt  (1.  c.  pag.  20)  meine  Anschauungen  in  fol- 
gender Weise: 

„Er  (Ebstein)  meint,  es  werde  im  normalen  und  ge- 
sunden Zustande  aus  dem  Fette  der  Nahrung  kein  Fett 
im  Körper  angesetzt;  der  vorher  erwähnte  Versuch 
von  Franz  Hofmanu  zeige  nur,  dass  bei  lange  Zeit 
hungernden,  abgemagerten  Thieren  sich  solches  Fett 
ablagere." 

Dagegen  sage  ich  (1.  c.  pag.  17): 

Ob  von  den  Fetten,  die  wir  mit  der  "Nahrung  auf- 
nehmen, in  unserem  Körper,  wofern  er  gesund  und 
unter  no-rmalen  Lebensbedingungen  sich  be- 
findet, etwas  angesetzt  wird,  erscheint  mir  noch 
nicht  ausgemacht.  Die  Versuche,  die  das  be- 
weisen sollen,  betrafen,  soweit  ich  die  Sache  übersehe, 
lediglich  hungernde  und  abgemagerte  Thiere,  die, 
wenn  auch  nicht  ausschliesslich,  so  doch 
vorwiegend  mit  Fett  ernährt  worden  waren. 

Ich  habe  bei  vorstehender  Reproduktion  meiner  Angaben 
das,  was  Voit  unterdrückt  oder  incorrect  wiedergegeben  hat, 
gesperrt  drucken  lassen.  Eines  Commentars  bedarf  diese  Sache 
ausserdem  wohl  nicht. 


Der  bekannte  Versuch  von  Fr.  Hofmanu  betraf  einen 
durch  SOtägiges  Hungern  entfetteten  Hund,  bei  dem  es  ge- 
lang, durch  Fütterung  einer  möglichst  grossen  Menge 
von  Speck  mit  wenig  Fleisch  in  5  Tagen  1353  grm  Fett 
zur  Ablagerung  zu  bringen.  Auch  aus  den  Eespirationsver- 
suchen  von  Pettenkofer  und  Voit  lässt  sich  meines  Er- 
achtens  nur  folgern,  dass  bei  Hunden  nach  Fütterung  mit  viel 
Fett  und  wenig  Fleisch,  oder  mit  Fett  allein,  das  Nahrungs- 
fett  angesetzt  wird.  Eine  später  noch  anzuführende  Beobach- 
tung Vogel 's  beweist,  dass  Hunde  von  ihrer  Fettleibigkeit 
geheilt  werden,  selbst  wenn  man  ihnen  weit  mehr  Fett  gibt, 
als  nach  Vogel 's  Angabe  Voit  denselben  zubilligt.  Jeden- 
falls hätte  Voit  meine  Angaben  nicht  in  der  von  ihm  ge- 
wählten, sie  verstümmelnden  Form  wiedergeben  dürfen,  wo- 
durch er  mir  fast  das  Gegentheil  von  dem  in  den  Mund 
legte,  was  ich  auf  Seite  44  meines  Büchleins  sage. 

Hier    heisst    es   nämlich   wörtlich:    Ohne    im    Entfern- 
testen best  reiten  zu   wollen,   dass   das   mit 
d e r  IST  a h r  u n g  a u f  g e n o m m e n  e  F  e 1 1  unter  ge- 
wissen Umständen   als  Fett   deponirt  wird, 
ist  das  für  den  gesunden  thieri sehen  Orga- 
nismus  bei  normaler  Körperbewegung  und 
bei   richtigem   Verhältniss    der    einzelnen 
Nahrungsmittel   doch^durchaus   nicht   be- 
wiesen. 
Die   vorstehende   Auseinandersetzung   gibt   mir,   wie   ich 
hoffe,   das   Kecht,   den  mir   von   Voit   (1.  c.   pag.  20)   ge- 
machten  Vorwurf,    dass   ich   von   Voraussetzungen, 
welche  den  durch  die  Versuche  gefundenen  That- 
sachen   nicht   entsprechen,   ausgehe,    auf  das   Ent- 
schiedenste zurückzuweisen. 

Voit  sagt  nun  aber  weiter  (1.  c.  pag.  20): 

Ebstein  gibt  ferner  an,  ich  hätte  gesagt, 
bei  den  Fleischfressern,  welche  ausser  dem 


—     8     — 

Fette  keine  stickstofffreien Xalirungsstoffe 
geniessen,  wäre  dieFettbildung  meist  nur 
unbedeutend. 

Ja,  das  hat  Yoit  in  der  Tliat  gesagt,  und  zwar  auf 
S.  238  seines  Handbuchs  der  Physiologie  des  allge- 
meinen Stoffwechsels  und  der  Ernährung,  Leip- 
zig 1881,  Zeile  10  v.  u., '  und  schliesst  den  Satz  mit  den 
Worten : 

-sie  (sc.  die  Fettbildung)  nimmt  aber,  wie 
bei  anderen  Hausthi er en,  zu,  bei  gemis  chter 
Nahrung  mit  einem  üeberschuss  an  Kohlen- 
hydraten.'' 

Die  Klarheit  diesem  Satzes  lässt,  wie  Jeder  zugeben  wird, 
durchaus  nichts  zu  wünschen,  und  ich  weiss  nicht,  wie  Yoit 
dazu  kommt,  zu  sagen,  dass  ich  seine  Meinung  hierüber  „nicht 
richtig  aufgefasst"  habe.  Steht  dieser  bestimmt  formulirte 
Satz  mit  seinen  Yersuchen  und  seinen  Lehren  in  Widerspruch, 
so  hätte  Yoit  diesen  Satz  nicht  schreiben  dürfen,  oder  er 
hätte  ihn  zurück  ziehen  müssen,  aber  Yoit  hat  keinen  recht- 
lichen Grund  —  und  sich  das  zu  verbitten,  halte  ich  für  die 
Pflicht  des  Berechtigten,  —  mir  den  Yorwurf  zu  machen,  als 
fehlte  mir  die  richtige  Auffassung,  oder  gar,  als  hätte  ich 
Yoit  eine  Aeusserung  zuschieben  wollen,  die  er  gar  nicht  ge- 
than  hat. 

Nach  Yoit's  Yorgehen  darf  man  jetzt  wohl  annehmen, 
dass  er  den  Satz:  dass  bei  den  Fleischfressern,  welche  ausser 
dem  Fette  keine  stickstofffreien  Nahrungsstoffe  geniessen,  die 
Fettbildung  meist  nur  unbedeutend  wäre,  nicht  gesagt  haben  Avill. 
Ich  hatte  —  was  hier  noch  bemerkt  sein  mag  —  das  Citat  dieses 
Satzes  (1.  c.  pag.  42)  mit  dem  folgenden  Zusätze  begleitet: 
„Ob  Yoit  dabei  die  Fettbildung  aus  Ei  weiss  ge- 
meint hat  oder  die  Ablagerung  eines  Theils  des 
genosseneu  Nahrungsfettes,   relevirt  für  unseren 


—     9     — 

Zweck  nichts.  F ü r  uns  genügt  es  zu  wissen,  d a s s 
die  Fettbildung  bei  Fleischfressern  nur  unbe- 
deutend ist,  wofern  sie  ausser  dem  Fett  keinen 
stickstofffreien  Nahruugsstoff  geniessen."  Dürfen 
wir  das  nun  noch  annehmen,  naclidem  es  Veit  geläugnet? 
Ich  glaube  wohl.  Der  Redacteur  des  Repertoriums  der  Thier- 
heilkunde,  Dr.  Yogel,  Professor 'an  der  Thierarzneischule  in 
Stuttgart,  stellt  in  seiner  Arbeit  „die  Fettsucht  und 
ihre  Behandlung"  (in  seinem  Journale,  45.  Jahrgang, 
1.  Heft  —  Stuttgart  1884)  pag.  9  es  als  eine  öfter  be- 
sprochene Beobachtung  hin,  dass  bei  den  Carnivoren, 
welche  ausser  Fett  kein  stickstofffreies  Futter  bekommen,  die 
Fettbildung  eine  unbedeutende  ist.  Vogel  behandelte  die 
Fettleibigkeit  bei  5  Hunden  und  2  Pferden  nach  Grundsätzen, 
welche  den  von  mir  aufgestellten  überaus  ähnlich  sind.  Die- 
selben lauten: 

1)  Es  darf  nur  eine  massige  Aufnahme  von  Nahrung 
stattfinden,  gleichviel  woraus  diese  zusammengesetzt  ist ; 

2)  die  entsprechendste  Combination  der  täglichen  Nahrung 
ist  jene,  welche  ein  richtiges  Verhältniss  zwischen 
Albuminaten  und  Fett  hat  und  arm  an  Kohlen- 
hydraten ist,  oder  es  müssen  diese  zum  Theil  durch 
fertiges  Fett  ersetzt  werden. 

Die  Resultate  Vogel 's  waren  überraschend  günstige;, 
nur  ging  etwas  viel  Zeit  darüber  hin  (im  Minimum  19,  im 
Maximum  26  Wochen).  Die  Kur  brachte  bei  den  Pferden 
eine  unerwartete  Steigerung  der  Arbeitskraft  und  Ausdauer  mit 
sich.  Es  würde  zu  weit  führen,  wenn  ich  die  gleichfalls  sehr 
günstigen  Heilresultate  bei  Vogel's  fünf  Hunden  hier  ge- 
nauer detailliren  wollte.  Auf  einen  dieser  Fälle  werde  ich  noch 
zurückkommen.  Sämmtliche,  auch  die  drei  kleineren  Hunde 
vertrugen  die  proportioneil  grossen  Fettgaben  gut,  in  keinem 
der  Fälle  zogen  sie  dyspeptische  Zustände  nach  sich,  die 
Excrementationen  wurden  dabei  geregelt,  das  Wasserbedürfniss 


—     10     — 

erscliien    etwas   herabgedrückt,    ausserdem   wurde    uameutlicli 
aber  eine  viel  frühere  Sättigung  herbeigeführt. 

Voit  hat  1.  c.  pag.  22  nachgerechnet,  wie  viel  ich  von 
den  einzelnen  Nahrungsmitteln  den  Kranken  zubillige.  Ich 
halte  es  für  nützlich  darauf  hinzuweisen,  dass  ich  es  an  ver- 
schiedenen Stellen  meines  Büchleins  betont  habe,  wie  dringend 
nothwendig  es  sei,  bei  den  Fettleibigen  den  individuellen  Ver- 
hältnissen voll  und  ganz  Rechnung  zu  tragen  (1.  c.  pag.  30). 
Voit  meint,  dass  ich  nicht  mehr  Eiweiss  gebe,  als  der  normale 
Mensch  zu  seiner  Erhaltung  brauclit  und  hält  das  im  Hinblick 
auf  den  durch  den  Ansatz  desselben  stattfindenden  Vortheil  für 
die  Organe  und  auch  auf  die  dadurch  beAvirkte  Fettabgabe  vom 
Körper  für  nicht  ganz  geeignet.  Im  Allgemeinen  scheint  es 
mir,  dass  Voit  überhaupt  ein  zu  grosses  Eiweissquantum 
fordert,  wie  das  auch  aus  den  Angaben  Flügge 's  (Beitrag 
zur  Kenntniss  der  Kost  in  öffentlichen  Anstalten,  in  dessen 
Beiträgen   zur  Hygiene,   Leipzig  1879,  pag.  117)  hervorgeht. 

Indessen  ist  hier  nicht  der  Ort,  diesen  Punkt  weiter  zu 
discutiren.  — 

Prof.  M.  J.  Oertel  in  München  hat  dann  meine  Me- 
thode der  Behandlung  der  Fettleibigkeit  in  seiner  „Therapie 
d  e  r  K r  e  i  s  1  a  u f  s  s  t  ö r  u  n  g  e  n" ,  Leipzig  1884,  einer  Besprech- 
ung unterzogen. 

Keineswegs  stütze  ich  mich  bei  meiner  Methode  auf 
Expectorationen,  welche  mir  Oertel  (1.  c.  pag.  94)  in  den 
Mund  legt,  dass  nämlich  bei  Darreichung  von  Fett  der  Fett- 
ansatz im  menschlichen  Körper  zurückgehalten  werde, 
dass  dagegen  die  Kohlenhydrate,  wenn  sie  in  das  Blut 
aufgenommen  werden,  die  Bildung  von  Fett  aus  den  Zer- 
fallsprodukten des  Eiweisses,  und  also  einen  erhöhten 
Fettansatz  herbeiführen.  Damit  füllt  auch  selbstverständlich 
die  von  Oertel  mir  zugeschriebene  Behauptung,  dass  ich  Vor- 
stehendes aus  den  Untersuchungen  Voit 's  herausgelesen  hätte. 


—    11    — 

Oertel  meint  mm  (1.  c.  pag.  96),  ich  hätte  in  dem  von 
mir  mitgetheilten  Falle  das  Fett  zmii  Theil  oder  vollständig 
dm"ch  Kohlenhydrate  ersetzen  können,  ohne  den  Erfolg  im 
Mindesten  nachtheilig  zu  verändern.  Da  diese  Beobachtung 
meine  eigene  Person  betrifft,  so  kann  ich  nach  eigenen  viel- 
fachen Wahrnehmungen  hier  nur  nochmals  bestimmt  sagen, 
dass  Oertel  nicht  Kecht  hat.  Nicht  nur  waren  zur  Beseitigung 
des  Hungergefühles  die  entsprechenden  Mengen  von  Kohlen- 
hydraten unzureichend,  sondern  es  machten  mir  auch  die  Dys- 
pepsien, welche  durch  die  Einverleibung  grösserer  Mengen  von 
Kohlenhydraten  veranlasst  wurden,  eine  solche  Substitution 
durchaus  unmöglich. 

Oertel  behauptet  im  Gegensatz  zu  meinen  Beobachtungen 
ferner,  dass  ein  grosser  Theil  der  Menschen  gegen, Fett  sehr 
empfindlich  sei  und  fügt  hinzu,  dass  solche  Menschen  bei  er- 
zwungener Aufnahme  von  fettreicher  Kost  sofort  an  dyspepti- 
schen  Beschwerden  zu  leiden  hätten,  die  zu  vollständiger  Appetit- 
losigkeit und  zu  mehr  oder  weniger  hartnäckigen  Magen- 
catarrhen  führt. 

Erzwungen  habe  ich  freilich  die  Aufnahme  fettreicher 
Kost  nicht,  erstens,  hatte  ich  solchen  Zwang  nicht  uoth- 
wendig,  zweitens  würde  ich  ihn  nicht  ausüben  mögen  und 
drittens  würden  unsere  Kranken  sich  denselben  nicht  ge- 
fallen lassen. 

Bemerkenswerth  ist  auch  folgende  Aeusserung  Oertel's: 
„Wäre",  sagt  er,  „die  Aufnahme  von  Fett  nur  einigermassen 
grösser  gewesen,  so  würde  sicher  ein  Fettansatz  sich  auch  hier 
als  Folge  ergeben  haben."  Das  war  nun  aber  nicht  der  Fall. 
Ich  bin  in  der  Lage,  hier  auf  Grund  einer  recht  grossen, 
stetig  wachsenden  Erfahrung  zu  versichern,  dass  erstens  in 
dieser  Beziehung  leicht  das  richtige  Maass  zu  finden  ist  und 
zweitens,  dass  die  von  mir  angegebene  Diät  dyspeptische 
Beschwerden  beseitigt,  aber  nicht  hervorruft.  Man  braucht 
dazu   eben   nur   die   Sache   verständig   anzufangen..    Uebrigens 


—     12     — 

habe  ich  diese  Fragen  zur  Genüge  in  meinem  Büchlein  (pag.  27 
und  47)  beleuchtet. 

Die  Beobachtungen,  welche  Yogel  an  einer  Keihe  von 
Hunden,  die  an  Fettleibigkeit  litten,  machte  (1.  c.  pag.  17). 
beweisen,  dass  eine,  das  von  Voit  den  Hunden  zugebilligte 
Fettquantum  weit  überschreitende  Fettmenge  keinen  Fettansatz 
zur  Folge  hatte.  Vogel  sagt  über  den  Einfiuss  der  ver- 
änderten Ernährung :  „Die  Wirkung  zeigte  sich  bald  zur 
Ueberraschung  Aller,  denn  nicht  bloss  stellte  sich  jetzt  Sätti- 
gungsgefühl ein,  sondern  auch  die  Blässe  der  Schleimhäute 
schwand,  und  das  Körpergewicht  fiel  jetzt  —  nachdem  der  111 
Pfund  schwere,  in  hohem  Grade  fettsüchtige  Kettenhund  statt 
der  ihm  beim  Beginn  der  Kur  gereichten  3  Pfund  Hafergrütze 
und  100  grm.  Fett  von  letzterem  130  grm.  täglich  erhielt  — 
mit  ziemlicher  Stetigkeit  durchschnittlich  um  585  grm.  in  der 
Woche.« 

Wenn  Oertel  sagt  (1.  c.  pag.  96),  dass  ich  als  einen 
Vorzug  meiner  Methode  hervorhebe,  dass  durch  sie  eine  ge- 
wisse Abwechselung  in  die  Kostordnung  hereingebracht  werde, 
so  ist  das  unwahr.  Ich  habe  gerade  das  Gegentheil  ver- 
langt (1.  c.  pag.  30  und  48).  Voit,  welcher  (1.  c.  pag.  16) 
räth,  statt  der  Fette  Kohlenhydrate  zu  geben,  thut  dies  nicht 
nur  deshalb,  weil  man  von  letzteren  2—3  mal  soviel  dem 
Körper  zumuthen  darf,  sondern  auch,  weil  bei  ihrer  Anwen- 
dung eine  grössere  Abwechslung  in  den  Speisen  —  welche  ich 
eben  nicht  für  zweckdienlich  halte  —  sich  herstellen  lässt. 
Dass  meine  Methode,  —  wie  Oertel  sagt  —  wenn  ein  Erfolg 
durch  sie  erreicht  werden  sqII,  zum  Theil  bestimmte  Mög- 
lickeiten  voraussetzt,  die  noch  vollständig  in  den  physiolo- 
gischen Funktionen  des  kranken  Organismus  gegeben  sein 
müssen,  ist  zuzugeben.  Wie  mich  aber  zahlreiche  Erfahrungen 
an  Krauken  gelehrt  haben,  gilt  dies  von  meiner  Methode  in 
nicht  höherem  Grade  als  von  jeder  auf  rationellen  Principien 
aufgebauten  Heilmethode.     Es   kann  sich  wohl  ereignen,   dass 


—     13     — 

im  concreten  Falle  die  eine  vor  der  anderen  Methode  temporär 
oder  dauernd  ge^^isse  Vorzüge  haben  wird.  Der  verständige 
Arzt- wird  natürlich  jeden  solchen  Vorzug  seinen  Kranken  zum 
Nutzen  gedeihen  lassen. 

Unter  die  bier  in  Frage  kommenden  rationellen  Methoden 
gehört  die  sog.  B  a  n  t  i  n  g  k  u  r ,  wie  sie  bei  uns  geübt  wird, 
schon  desshalb  nicht,  weil  dieselbe  nur  eine  temporäre  An- 
wendung gestattet.  Eine  Modifikation  dieser  Bantingkur  ist 
meine  Methode  entschieden  nicht,  wie  das  Voit  und  Oertel 
meinen,  wohl  aber  würde  die  von  Voit  geplante  richtig 
angewendete  Bantingkur.  die  aber  in  der  That  keine 
Bantingkur  mehr  ist,  (vergl.  oben  S.  4)  eine  Modifikation 
meiner  Methode  genannt  werden  dürfen. 

Oertel  sagt  ferner  (1.  c.  pag.  130),  dass  der  Flüssig- 
keitsaufnahme, welcher  gerade  bei  der  Fettsucht ,  Fett- 
herz etc.  die  a  1 1  e  r  g  r  ö  s  s  t  e  Bedeutung  zukommt ,  weder 
von  Harvey-Bantiug  noch  von  mir  Eechnung  getragen 
worden  sei.  Auch  das  ist,  was  mich  betrifft,  nicht  wahr.  Wer 
meine  Diät  braucht,  dem  fällt  auch  das  verringerte  Bedürf- 
niss  nach  Getränkezufuhr  sofort  auf.  Loew  beobachtete  in 
heissen  Klimaten  nach  Fettgenuss  stets  ein  geringeres  Wasser- 
bedürfniss,  der  Durst  machte  sich  entschieden  weniger  fühlbar. 
Diese  Wahrnehmung  Loe  w's  ist  auch  von  mir  und  zwar  nach 
einem  Keferate  in  Schmidt's  Jahrb.  in  meiner  Arbeit  (1.  c. 
pag.  28  und  53)  citirt  worden,  da  mir  die  Originalmittheiluug 
im  Bair.  ärztlichen  Intelligenz-Blatte  XXV.  28,  pag.  296  (1878) 
hier  zu  meinem  Bedauern  nicht  zugänglich  war.  Ich  habe 
dabei  auch  hervorgehoben,  dass  die  Beschränkung  des  Nahrungs- 
bedürfnissps  und  des  Durstgefühles  die  Einführung  meiner  Er- 
nährungsraethode  ausserordentlich  erleichtert.  Aus  dem  von  mir 
angeführten,  mich  selbst  betreffenden  Beispiele  (1.  c.  pag.  32) 
ergibt  sich  das  Flüssigkeitsquantum,  welches  ich  selbst  bei  der 
Anwendung  der  von  mir  angegebenen  Diätform  nöthig  hatte. 
Es  war  mir  eben  so  bemerkenswerth  als  erfreulich  wahrzunehmen, 


—     14     — 

dass  sich  bei  der  Substitution  einer  grösseren  Menge  von  Kohlen- 
hydraten durch  Fett  gleich  dem  Hunger  auch  das  Durstgefülil 
auffällig  beschränkte.     So  ist  es  gekommen,  dass  ich  Wasser, 
welches  ich  früher  in   grosser  Menge   trank,   so   gut   wie   gar 
nicht  mehr  geniesse.    Ich  habe  in  dem  letzten  Jahre  auch  den 
Weingenuss   auf  ein  Minimum  beschränkt,   d.  h.   nur  bei  Ge- 
sellschaften  oder   auf  Reisen  trinke   ich  gelegentlich   ein  Glas 
Wein.     Ich  habe  auch  den  Theegenuss  nach  dem  Mittagessen 
nunmehr  ganz  aufgegeben  und  den  abendlichen  Theegenuss  be- 
schränkt,  weil   er  für  mich  absolut  kein  Bedürfniss  mehr  ist. 
Diese  Einschränkung   des  Durstgefühles   ergibt   sich   also   bei 
der  Befolgung   meiner  Ernährungsvorschriften   ganz  von  selbst 
und   verlangt  keine  Opfer;    ich   trinke  nicht,    weil  ich  keinen 
Durst  habe.     Aehnliche   Beobachtungen    sind   mir    auch    von 
einer  ßeihe  von  Patienten  mitgetheilt  und  auch  an  Thieren  hat 
Vogel  dasselbe  beobachtet  (vergl.  oben  S.  9).     Hunger-  und 
Durstgefühl  werden    eben  in   bemerkenswerther  Weise    durch 
meine  Diätform   beschränkt.     Ueberzeugt  von  der  praktischen 
Wichtigkeit  dieser  Thatsache  bin   ich  auch  in  meinem  Buche 
über   die   Natur   und   Behandlung    der    Gicht   (Wies- 
baden 1882)  derselben  des  Weiteren  näher  getreten,  da  meine 
Ernährungsmethode,  wie  ich  in  meinem  Büchlein  über  die  Fett- 
leibigkeit bereits  (I.  c.  pag.  33)  angeführt,  auch  bei  dieser 
Krankheit  von  grosser  Bedeutung  ist.    Ich  sage  daselbst  (Gicht 
pag.  147): 

„Je  consequenter  mau  nun  diese  Form  der  Ernährung 
durchführt,  um  so  weniger  bedarf  man  der  Ausschwem- 
muug  der  Auswürflinge  des  Stoffwechsels  durch  über- 
reichliche Wasserzufuhr  ....  Ich  thue  dies  nicht, 
weil  ich  eine  solche  Ueberschwemmung  des  Gefäss- 
systems  mit  Flüssigkeit  auf  eine  längere  Zeit  überall 
nicht  für  zuträglich  und  nützlich  halte  ....  Bei  der 
Diät,  der  ich  das  Wort  rede,  ist  sie  für  den  Kranken 
kein  Bedürfniss   und   in   dieser   Beziehung  muss   man 


—     15     —  ■ 

bis  zu  einem  gewissen  Grade  das  Bedürfniss  der  Kranken 
respectiren.  Ich  empfehle  wohl  auch  dem  zur  Giclit 
Disponirten  eventuell  eine  etwas  reichlichere  Wasser- 
zufuhr, wozu  ich  ....  aber  doch  nicht  mehr  als  eine 
Flasche  (natürliches  Selterswasser)  pro  Tag." 

Der  einsichtige  Leser  sieht,  wie  es  auch  mit  der  letzt- 
erwähnten Behauptung  0  ertel's  steht.  Wer  meine  Ernährungs- 
weise befolgt,  dem  ergiebt  sich  auch  die  Verringerung  des 
Durstgefühls  ganz  von  selbst.  Der  Kranke  hat  somit  nicht 
nöthig,  die  Qualen  des  Durstes,  welche  schlimmer  sind  als  die 
des  Hungers,  zu  tragen,  wofern  zur  PJrzielung  eines  befriedigen- 
den Kesultates  der  Behandlung  eine  beträchtliche  Einschränkung 
der  Elüssigkeitszufuhr  gefordert  werden  muss.  — 

Endlich  gedenke  ich  noch  der  Arbeit  von  Dr.  Demuth, 
pr.  Arzt  in  Frankenthal:  Zur  Cur  der  Fettleibig- 
keit (Bair.  ärztliches  Intelligenz-Blatt  1883,  Nr.  35).  Seine 
Methode  kann  man  füglich  als  eine  Modifikation  der  von  mir 
empfohlenen  betrachten.  Auf  die  Angriffe  des  Verfassers  gegen 
mich  gehe  ich  nicht  näher-  ein ;  sie  finden  in  dem  bereits  Mit- 
getheilten  wohl  zumeist  ihre  Erledigung.  Demuth 's  Grund- 
sätze lauten:  Keine  Minderung  der  Eiweisskörper, 
kein  Her  ab  gehen  unter  das  physiologische  Min- 
der m  aas  s  von  5  0  grm.  Fett,  dagegen  ausgiebigste 
Minderung  der  Kohlenhydrate.  Der  Patient  muss 
eine  ähnliche  Lebensweise  mit  entsprechender 
Modifikation  sein  ganzes  Leben  lang  fortsetzen. 
In  dem  letzteren  Punkte  stimmt  Demuth  mit  mir  über- 
ein, desgleichen  betreffs  der  Einschränkung  der  Kohlenhydrate. 
Mit  dem  Fettgenusse  will  Demuth  nicht  unter  das  phy- 
siologische Mindermaass  von  50  grm.  herabgehen.  Was  die 
Grenzen  des  Fettgenusses  nach  oben  anlangt,  erinnere  ich  hier 
noch  beiläufig  an  einen  Ausspruch  Voit's  (Physiologie  des 
Stoffwechsels,  pag.  520):   „Für   die   nicht  mit  der  Kraft  ihrer 


—     IG     — 

Arme  Arbeitenden  halte  ich  es  für  besser,  nur  gegen  350  grm. 
Kohlenhydrate  (statt  500  für  den  Arbeiter)  zn  geben  nnd  den 
übrio-en  Bedarf  an  -Fett  zu  reichen."  Es  dürfte  wohl  keinem 
Widerspruch  begegnen,  wenn  ich  sage,  dass  bei  Curen  gegen 
die  Fettleibigkeit  fast  nur  Leute  in  Frage  kommen,  welche 
niclit  mit  der  Kraft  ihrer  Arme  arbeiten,  und  auf  sie  würde 
die  Yoit'sche  Angabe  daher  auch  anwendbar  sein.  W.  Henne- 
berg berechnet  die  in  solchen  Fällen  zuzubilligende  Normal- 
ration auf  142  grm.  Fett  (cfr.  dessen  Arbeit  über  Fleisch- 
und  Fettproduktion  im  17.  Bande  der  Zeitsclir.  für  Biologie, 
pag.  320).  Demuth  verlangt,  dass  die  Eiweissmenge 
nicht  verringert  werden  dürfe.  Natürlich  müssen  die  Kranken 
die  ihnen  zukommende  Eiweissmenge  erhalten.  Ich  habe  den- 
selben jedenfalls  auch  nach  Voit 's  Zeugniss  so  viel  Eiweiss  ge- 
stattet, als  der  normale  Mensch  zu  seiner  Erhaltung  braucht. 
(Vergleiche  hierzu  die  Bemerkung  oben,  pag.  10)  Hier  möchte 
ich  noch  hinzufügen,  dass  Kanke  eine  Woche  hindurch  mit 
100  grm.  Eiweiss,  100  grm.  Fett  und  240  grm.  Stärkemehl 
sein  Stickstoffgieichgewicht  erhalten  konnte,  welches  sich  bei 
Beneke  in  14  Tagen  bei  einer  täglichen  Zufuhr  von  90  grm. 
Eiweiss,  79  grm.  Fett  und  285  grm.  Kohlenhydraten  nicht 
änderte  (citirt  nach  Forster,  Ernährung  und  Nahrungsmittel 
in  V.  Pettenkofer's  und  v.  Ziemssen's  Handbuch  der 
Hygiene,  Theil  I,  Abtheilung  1,  S.  122.  Leipzig  1882).  Dass 
auch  in  dieser  Beziehung  auf's  Sorgsamste  individualisirt  und 
controlirt  werden  muss,  habe  ich  jeder  Zeit  auf  das  Dringendste 
hervorgehoben.  Oertel  braucht  demgemäss  auch  nicht  zu 
fürchten,  wie  er  das  (1.  c.  pag.  130)  ausspricht,  dass  den 
Kranken,  welche  einer  grösseren  Eiweissmenge  bedürfen,  die- 
selbe principiell  vorenthalten  wird,  wenn  sie  nach  meiner 
Methode  leben.  Der  Arzt,  welcher  den  concreten  Fall  in  seiner 
Eigenart  richtig  zu  beurtheilen  versteht,  wird  an  der  Hand  der 
von  mir  gegebenen  Direktiven  auch  das  für  solche  Fälle  notli- 
wendige  Maass  von  Eiweiss  auffinden  lernen.  — 


—     17     — 

Hiermit  bescliliesse  ich  diese  Abwehr.  Um  etwas  Wei- 
teres sollte  es  sich  hier  nicht  handeln. 

Ich  hielt  es  für  angemessen,  die  gegen  mich  gerichteten 
Angriffe  zumeist  durch  sich  selber  zu  widerlegen  und  nicht  allein 
durch  den  Hinweis  auf  die  Erfolge,  welche  meine  Ernährungs- 
methode in  der  ärztlichen  Praxis  gehabt  hat  und  welche  die- 
selbe bereits  zu  einer  populären  im  [guten  Sinne  des  Wortes  ge- 
macht haben.  Es  handelt  sich  für  mich  bei  Vertretung  der  von  mir 
aufgestellten  Grundsätze  nicht  allein  um  die  Bekämpfung  der 
Eettleibigkeit,  sondern  sie  sollen  auch  anderen  Kategorien  von 
Kranken  und  den  Gesunden  zu  Gute  kommen.  Da  meine  Er- 
klärungen Voit  nicht  befriedigt  haben,  wäre  es  wohl  nütz- 
licher gewesen,  wenn  er  für  die  unläugbaren  Erfolge,  statt  sie 
durch  Einwürfe  zu  bekämpfen,  welche  —  wie  ich  gezeigt  zu 
haben  hoffe  —  in  sich  selber  zusammenfallen,  auf  Grund  neuer 
Versuche  eine  bessere  Deutung  versucht  hätte. 


^^t»i  Buchdruckerei  von  Carl  Ritter  in  Wiesbaden,  p^^ 
©09 W^ 


Neuer  medicinischer  Verlag 

von 

J.  F.  Bergmann  in  Wiesbaden. 


Die 


rettleibigkeit — „Corpiüeiiz^^ 


und 


ihre  Behandlung 


nach 


p  li  y  s  i  o  1  o  g  i  s  c  li  e  n   Grundsätzen. 

Von 

jyr.  W,  JEbstein, 

o.  ö.  Professor  7ind  Director  der  rnedichiischeti  Klinik  zu  G'öttingen. 


Sechste  Auflage.    Preis  2  Mark,    (xebnnden  2  Mark  40  Pf. 

Diese  Schrift  dürfte  wesentlicli  dazu  beitragen,  die  Bajiting- 
und  verwandte  gegen  die  Fettleibigkeit  empfohlene  Kuren,  welche 
oft  die  nachtheiligsten  Folgen  für  die  Kranken  haben,  immer  mehr 
zu  verdrängen ;  sie  empfiehlt  eine  Behandlungsmethode  der  Fettleibig- 
keit, welche  den  Anforderungen  an  einegesundheitsge- 
mässe  Lebensweise  durchaus  entspricht  und  vom 
besten  Erfolge  begleitet  ist. 

Xahalt  u.  A.:  Angeborene  Fettleibigkeit.  —  Alkoholika.  —  Bantingkur. 

—  Anlage  und  Disposition  zur  Fettsucht.  —  Diätetische  Behandlung. 

—  Entfettungskuren.  —  Fettherz.  —  Fettleber.  —  Fett  als  Nahrungs- 
mittel: bei  Fettleibigen,  bei  Diabetes,  bei  Magenkranken,  bei  Fettherz. 

—  Fettsucht :  Symptome,  Diagnose,  Behandlung.  —  Geistige  Tbätig- 
keit.  —  Gicht.  —  Hungerkuren.  Individuelle  Disposition.  —  Körper- 
liche Uebungen.  —  Kurzathmigkeit.  —  Küchenzettel  für  Fettleibige 
nach  meiner  Methode  bei  Fettentziehungskuren.  —  Lebensalter.  — 
Lebertbran  bei  Fettleibigkeit,  bei  Diabetes  mellitus.  —  Luftmangel. 

—  Mast.  —  Medikamentöse  Behandlung.  —  Milchkur.  —  Mineral- 
wässerkuren. —  Schweissbildung.  —  Vererbung. 

■==.  Die  Bedeutung  der  Schrift  wolle  man  auch  daraus  er- 
kennen, dass  hinnen  Jahresfrist  sechs  starke  Auflagen  erscheinen 
mussten,  um  der  Nachfrage  zu  genügen,  und  dass  bereits  eine  fran- 
zösische, zwei  englische,  eine  dänische  und  eine  schwedische  Ueher- 
setzung  herausgegeben  wurden.  = 

J.  P.  Bergmann,  Yerlagsbuchhandlung,  Wiesbaden. 


Unlängst  sind  im  unterzeiclmeten  Verlag  erschie- 
nen,  beziehungsweise  werden  erscheinen: 

Mittheilungen  aus  der  Medicinischen  Klinik  zu  Würz- 
burg".  Herausgegeben  von  Geh.  Rath  Prof.  Dr.  C  Gerhardt 
und  Dr.  F.  MttUer.     Mit  Tafeln.  Preis  M.  6.70. 

(Man  vergl.  nebensteh  hu  de  ausführliche  Anzeige.) 

Vorlesungen  über  Pathologie  und  Therapie  der 
Syphilis.  Ton  Prof.  Dr.  EDUARD  LANG.  Vorstand  de r 
sj'philit.-dermatologisclien  Klinik  der  Universität 
Innsbruck.    Mit  Abbildungen.     I.  Hälfte.       Preis  M.  5.60. 

Die  ursächlichen  Momente  der  Augenmuskellähm- 
üngen.  Von  Dr.  LUDWIG  MAUTHNER,  Professor  in 
"Wien.     (Unter  der  Presse.)  Preis  ca.  M.  3. — . 

Zur  Einleitung  in  die  Electrotherapie.  Yon  Dr.  CARL 
WILH.  MÜLLER,  Grossherzoglicb  Oldenburgiscber 
Leibarzt  und  Sanit. -Rath.  Preis  M.  5. — , 

lieber  Pflegekinder  und  Säuglingskrippen.  Yon  Dr.  med. 
EMIL  PFEIFFER,  SecretärdesCongressesfür  Innere 
Medicin,  prakt.  Arzte  zu  Wiesbaden.  Preis  M.  — .80. 

Lehrbuch  der  Augenheilkunde.    Von  Dr.  Jnliiis  Micliel, 

Professor  der  Augenbeilkunde  an  der  Universität 
Würzburg.  Mit  zahlreichen  Abbildungen  in  Holzschnitt  und 
Farbendruck.  Preis  M.  18. — . 

Caffein  bei  Herzkrankheiten.  Von  Dr.  FRANZ  RIEGEL, 
Prof.  und  Director  der  Medicinischen  Klinik  zu 
Gi essen.     Mit  mehreren  Tafeln.  Preis  M.  2. — . 

Untersuchungen  über  die  Beziehungen  kleinster 
lebender  "Wesen  zu  den  Wundinfectionskrank- 
heiten  des  Menschen.  Von  Dr.  F.  J.  ROSENBACH, 
Professor   in  Göttingen.  Preis  M.  — .80. 

lieber  Mikroorganismen  bei  den  Wundinfections- 
krankheiten  des  Menschen.     Von  Dr.  F.  J.  Rosen- 

bacli,  Professor   in    Göttingen.      Mit  29  Abbildungen, 

grossentheils  in  Farbendruck.  Preis  M.  6. — , 

Heber   Schulhygiene   in   England.     Von  Dr.  HERMANN 

WEBER,    Arzt   am    Deutschen    Hospital   in  London. 

Preis  M.   1.— . 

J.  P.  Bergmann,   Verlagsbuchhandlung,   Wiesbaden. 


In  unterzeichnetem  Verlage  erscheinen  und  sind  durch  alle 
Buchhandlimgen  zu  beziehen: 

MITTHEILUNGEN 

AUS  DEK 

MEDICINI8CHEN  KLINIK 


WÜRZBURG. 

HERAUSGEaEBEX  VON 

DR.  C.  GEHHARDT  ^  DR   F.  MÜLLER 

K.  GEHEIMKATHiUND  UXIV.-PROFESSOR        ^^° 

VORSTAND  ASSISTENZARZT 

DER  MEDICINISCHEN  KLINIK  IN  WÜRZBUEG. 


Erscheint  in  zwanglosen  Bänden  ä  6  bis  9  Mark, 
je  nach.  Umfang  und  Illustrationsbeigaben. 

Aus  dem  Vorwort:  Die  JMittheilungen  aus  der  medicinischen  Klinik 
in  Würzburg  sollen  Abhandlungen  bringen  aller  Derjenigen,  die  an  der 
Klinik  mitarbeiten,  vorzugsweise  der  Studirenden,  aber  auch  der  Assistenten 
und  des  Vorstandes.  Diese  Arbeiten  werden  sich  stützen  auf  die  in  den 
letzten  zwölf  Jahren  nach  einheitlichem  Plane  gesammelten 
Krankengeschichten,  anderntheils  werden  sie  hervorgehen  aus  dem 
chemisch-mikroscopischen  Laboratorium  der  Klinik,  das  in 
den  letzten  Jahren  erweitert  und  besser  ausgestattet  und  unter  die  Leitung 
eines  besonderen  Assistenten  gestellt  wurde. 

Sie  sollen  ein  Bild  geben  von  dem  Krankenmaterial  und  seiner  Ver- 
werthung,  jedoch  nicht  in  Form  einer  fortlaufenden  Statistik,  sondern  im 
Anschlüsse  an  die  Bearbeitung  einzelner  Fragen,  die  theils  durch  fremde 
Veröffentlichungen,  theils  unmittelbar  durch  Beobachtungen  am  Kranken- 
bette angeregt  wurden. 

Zugleich  soll  damit  den  tüchtigeren  Arbeiten  unter  den  Dissertationen, 
die  aus  hiesiger  Klinik  hervorgehen,  ein  bevorzugter  Ort  der  Veröffent- 
lichung geboten  und  deren  Zerstreuung  in  die  verschiedensten  Zeitschriften 
vermieden  werden. 

INHALT:  Torwort.  —  Zur  GescMcMe  der  med.  Klinik  der  Universität  Würzburg.  —  Dr.  WIL- 
HELM OESTERLEIN,  Ueber  Faeces  Iiei  Icterus,  sowie  über  Eisenverliindungen  in  Milch 
und  Faeces.  —  Dr.  CARL  BORSUTZKY,  Ueber  das  Vorkommen  eines  Crural-Arterien- 
Doppeltones  bei  Nicht-Herzkranken.  —  Dr.  ADOLF  HERFELDT,  Ueber  den  zeitlichen 
Ablauf  der  Harnstoft'-Ausscheidang  bei  gesunden  und  fiebernden  Menschen.  (Mit  Tafel.)  — 
Dr.  LEON  STORTZ,  Klinische  Beobachtungen  über  Pneumonia  cronposa  (ein  Beitrag  zur 
Statistik  derselben).  —  Dr.  OTTO  SEIFERT,  Caffein  bei  Herzkrankheiten.  (Mit  Tafel.)  — 
Dr.  HEINRICH  MOSER,  Laryngologische  Mittheilungen:  1.  Die  Infiltration  der  Epiglottis 
als  Primärerscheinung  bei  Phthisis  laryngis.  2.  Das  laryngoscopische  Bild  bei  vollkom- 
mener, einseitiger  Vagusparalyse.  —  Dr.  SERGIUS  PLATONOW,  Ueber  die  diagnostische 
Bedeutung  der  Pneumoniecoccen.  —  Dr.  FRIEDRICH  MÜLLER,  Kleinere  Mittheilungen: 
1.  Ein  Fall  von  Hydrocephalus.  2.  Ueber  einen  durch  Essigsäure  fällbaren  Eiweisskörper  im  Urin. 

J.  F.  Bergmann,  Verlagsbuchhandlung,  Wiesbaden. 


Neuer  medicinischer  Verlag  von  J.  F.  Bergmann  in  Wiesbaden. 
Soeben  erschienen : 

Die  Behandlung  des  Unterleibstyphus. 

Von  Dr.  IVillicliu  £bistciii,  o.  ö.  Professor  und  Director 
der  Mcdicinisclien  Klinik  an  der  Universität  Göttingen. 
Preis:  M.   1,60. 


Vott  demselben    Verfasser  ferner  erschienen: 

Die  Natur  und  Behandlung  der  Harnsteine. 

Mit  eingeheftetem  Atlas  in  Farbendruck,  Lexikon-Octav.  Preis:  16  M. 

Das  vorliegende  Werk,  welches  sich  an  die  bekannten  Arbeiten  des  Ver- 
fassers über  die  Fettleibigkeit  und  die  Gicht  anschliesst,  ist  wie  diese  die 
Frucht  zahlreicher  Erfahrungen  und  langer  Studien.  Dasselbe  behandelt,  wenn- 
gleich es  den  fremden  Leistungen  gebührend  Kechnung  trägt,  den  Gegenstand 
in  durchaus  selbstständiger  Weise.  Diese  umfassende  Arbeit  ist  zu- 
nächst für  die  ärztliche  Praxis  bestimmt  und  zwar  in  dem  Sinne,  dass  sie  den 
Arzt  auf  dem  Wege  fortschreitender  wissenschaftlicher  Erkenntniss  zur  besseren 
Erfassung  der  therapeutischen  Aufgaben  geschickt  machen  soll.  Der  innere 
Arzt,  der  Chirurg  und  der  Geburtshelfer,  dürften  ebenso  wie  der 
Anatom  und  Physiologe  in  derselben  Anregung  und  Belehrung  finden. 


Die  Natur  und  Behandlung  der  Gicht. 

Mit  Atlas  in  Farbendruck.     Preis:  Mark  14,60. 

Endlich  nach  langer  Pause  wieder  einmal  ein  umfassendes  Werk  über  die 
Gicht,  diese  vielstudirte  und  doch  immer  noch  räthselhafte  Krankheit  und 
nicht  etwa  ein  aus  ..Andrer  Schmause  zusammengebrautes  Eagout",  sondern 
ein  aus  dem  Vollen  und  Ganzen  gearbeitetes  Werk,  dessen 
Grundlagen  die  von  dem  Verfasser  selbst  entdeckten  patho- 
logisch-anatomischen Veränderungen  bei  der  Gicht,  sowie  die 
durch  sinnreiche  Experimente  bei  Thieren  gewonnenen  Beweise 
für  die  von  ihm  beim  Menschen  angenommenen  Ursachen  des 
gichtischen  Processes  bilden, 

Deuisclie  mcdic.    Wochenschrift,     1882.     No.  50. 


Die  Fettleibigkeit  und  ihre  Behandlung 

nach    phy;siologischen    Grundsätzen.      Sechste    Auflage. 
Preis :  "2  Mark. 

Diese,  Schrift   ist   auc.h    in    dänischer,    englischer,    franzö- 
sischer und  schwedischer  Sprache  erschienen. 


Corpulence  and  its  treatment  on  physio- 

lAO^ir^dl  TiT'in/'ill^laC!  Translated  from  the  sixth 
lUglbd/i  JJllllL/lJJltö.  Ger  man  edition  by  Pro- 
fessor A.  H.  Keane,  B.  A.,  University  College,  London 
In  engl.  Einband.     Preis:   .3  Mark  60  Pf. 


JiuchuruukerL'i  vuii  (Juri  Kiltur  m  VViuaUudtii. 


COLUMBIA  UNIVERSITY  LIBRARIES 

This  book  is  due  on  the  date  indicated  below,  or  at  the 
expiration  of  a  definite  period  af  ter  the  date  of  borrowing,  as 
provided  by  the  rules  of  the  Library  or  by  special  arrange- 
ment  with  the  Librarian  in  Charge. 

DATE  BORROWED 

DATE  DUE 

DATE  BORROWED 

DATE  DUE 

C2e(ll4l)M100 

/ 

RC813 
Ebstein 

Eb73 

/^(^f/^ 

^^:&